Für Solidarität, die Revolution und den Kommunismus!
Mit diesem Basistext möchten wir euch unsere politischen Hintergründe näher bringen um euch über unsere konkreten Ziele und Perspektiven zu informieren, zu denen wir als Zusammen Kämpfen Duisburg arbeiten.
Zusammen Kämpfen Duisburg versteht sich als Teil einer revolutionären Linken und ist bestrebt den Aufbau und die Diskussionen revolutionärer Strukturen und Perspektiven voranzubringen, um uns einen Ausweg aus der kapitalistischen Realität zu erkämpfen. Seit einigen Jahren sind wir aktiv in der Duisburger Linken und arbeiten dort sowohl zu antifaschistischen wie zu sozialen Kämpfen, wo wir versuchen zu politisieren und aufzuklären. Auch in Zukunft wollen wir als Gruppe weiterhin dort anknüpfen wo in vergangen Jahren Ideen, Aktionen und Perspektiven entstanden sind.
Weitergehende theoretische und ideologische Inhalte unserer Gruppe werden wir nach und nach veröffentlichen. Wir sind uns darüber bewusst, dass durch die inhaltliche Begrenzung bzw. Auslassung einiger Themen der Eindruck einer verkürzten Darstellung komplexer Zusammenhänge entstehen könnte, doch werden wir mittelfristig weiter auf bestimmte Themenkomplexe eingehen und sie vervollständigen.
Zusammen gegen Kapitalismus - Für eine revolutionäre Perspektive!
Wir stellen fest: Der Kapitalismus in seiner Gesamtheit ist ein nicht reformierbares System welches Ungleichheit, Ausbeutung und Unterdrückung zum Zweck der Profitmaximierung produziert. Dies ist Teil der kapitalistischen Verwertungslogik. Die hierbei entstehenden Widersprüche zwischen den Lohnabhängigen und der kapitalistischen Elite lassen sich nur in einem revolutionären Prozess der Umwälzung von den politischen und ökonomischen Gegebenheiten auflösen. Dabei ist die Überführung der Produktionsmittel in die Hände der Lohnabhängigen und die damit verbundene Beseitigung des Privateigentums Grundvoraussetzung, damit eine Produktion jeglicher Güter an die Interessen der Menschen und nicht an die der Profite gekoppelt ist. Erst so wird es dem Menschen ermöglicht werden, an den produzierten Reichtümern zu partizipieren. Dadurch werden ökonomische Grundvoraussetzungen geschaffen, um unabhängig von der gesellschaftlichen Stellung die gleichen Freiheiten in Anspruch zu nehmen. Hierbei dürfen beispielsweise Geld, Religion, Kultur, Hautfarbe, Geschlecht, sexuelle Orientierung oder andere gesellschaftliche Konstrukte keinerlei Hindernis darstellen für die Erlangung politischer und ökonomischer Rechte sein. Hierfür bedarf es der Überwindung des kapitalistischen Systems. Es gilt einen konsequenten Kampf gegen die kapitalistische Ausbeutung zu führen, der sich nicht mit Kompromissen begnügen darf. Es gilt die radikale Abkehr von der Marktwirtschaft zu Gunsten einer neuen sozialistischen Wirtschaftsordnung, welche den Menschen und seine Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellt und nicht den Profit.
Die Beseitigung der grundsätzlichen Widersprüche kapitalistischer Verwertungslogik bedarf einer gemeinsamen Diskussion und eines solidarischen Kampfes, um diese zu überwinden. Es gilt die Fehler vergangener Anläufe im Kampf um die Befreiung zu überwinden und Strategien für die Erlangung einer befreiten kommunistischen Gesellschaft zu schaffen. Der Kapitalismus ist nicht das Ende der Geschichte!
Den revolutionären Aufbauprozess vorantreiben!
Ein Kampf um die Revolutionierung bzw. für die Umwälzung der politischen und ökonomischen Gegebenheiten im Interesse der lohnabhängigen Individuen muss gesamtgesellschaftlich organisiert werden und kann nicht alleine durch eine parlamentarische Stellvertretung geführt werden. Darum gilt es Räume zu erkämpfen und Prozesse zu Entwickeln, um der Entfremdung durch die Herrschaft des kapitalistischen Marktes entgegenzuwirken.
Solidarisch als Lohnabhängige, Arbeitslose, Jugendliche oder StudentInnen müssen wir uns der Notwenigkeit und unserer Kraft bewusst werden, die gesamtgesellschaftlichen Verhältnisse, sowohl im politischen als auch im ökonomischen, selbst zu bestimmen.
Darüber hinaus gilt es für uns den organisatorischen Rahmen zur Beseitigung dieser Verhältnisse zu organisieren, um diese menschlich zu gestalten und nach unseren Bedürfnissen neu zu formen. Es ist der Kampf gegen die kapitalistische Ausbeutung, gegen Krieg, Rassismus und Sexismus. Es ist der Kampf für eine Gesellschaft der Selbstbestimmung und der Kampf gegen die Interessen der kapitalistischen Herrschaft, weshalb der Kampf um eine neue Gesellschaftsordnung die einzige Alternative für uns darstellen kann.
Hierbei müssen wir eine kontinuierliche politische Praxis aufbauen und an der Entwicklung kollektiver Zusammenhänge, Perspektiven und Kämpfe arbeiten, um revolutionäre Alternativen durchzusetzen. Fernab neoliberaler und antisozialer Politik aus den Parteien und teilen der Gewerkschaften, müssen linke Strukturen gestärkt werden, um eine gesellschaftliche Relevanz zu erlangen und uns aktiv am Klassenkampf beteiligen zu können. Nur wenn wir uns konkret an der realen Auseinandersetzung beteiligen, können wir die Menschen für einen revolutionären Ausweg gewinnen. Dies bedarf den Bruch mit Sektierertum, Aktionismus und linker Szene-Politik. Nur die konkrete und kontinuierliche politische Praxis kann eine wirkliche Kritik an den herrschenden Verhältnissen leisten und Alternativen aufzeigen. Ob in Aktionsbündnissen oder gar aus der eigenen Basis heraus, gilt es sich an sozialen Kämpfen zu beteiligen und dort wo es gelingt eine Politisierung bzw. Aufklärung voranzutreiben, um Strukturen für einen effektiven Klassenkampf von unten aufzubauen und der Sozialpartnerschaft auf allen Ebenen den Kampf anzusagen. Für eine revolutionäre Perspektive zum Aufbau einer kommunistischen Gesellschaft hier und Weltweit.
Antifaschismus – Angriff ist die beste Verteidigung
Während sich weite Teile der „radikalen Linken“ weiter entpolitisieren und ihre Aktivitäten oftmals zwischen identitärem Aktionismus und einfacher Perspektivlosigkeit begrenzt bleibt, sehen wir dennoch die Notwendigkeit, weithin für eine starke antifaschistische Linke zu streiten. Hierbei gilt es uns jedoch vor allem darum, immer wieder unsere Kritik einzubringen und zu verdeutlichen, dass es niemals nur um den Kampf gegen eine militante Rechte gehen darf. Auch die kurzsichtige und teils opportunistische Politik der Event-Orientierung stärkt unserer Meinung nach weiterhin einen Verlust am politischen Profil und am Inhalt von revolutionärer bzw. radikaler Gesellschaftskritik. „Antifa heißt Angriff“ ist dabei ein bekannter und weit verbreiteter Ansatz der antifaschistischen Selbstdarstellung, doch sollte alleine stehend niemals die einzige Handlungsmaxime darstellen, da der Antifaschismus in der aktuellen historischen Situation ausschließlich ein Teil eines gesamtgesellschaftlich revolutionären Kampfes gegen die bürgerlich-kapitalistische Ordnung sein kann. Ganz nach der Lösung „Angriff ist die beste Verteidigung“ wollen wir verdeutlichen, dass trotz offensiver und entschlossener antifaschistischer Praxis, sie selbst nicht darüber hinaus kommt ein, Abwehrkampf gegen die Reaktion zu sein, welcher komplementär zu einem revolutionärem Angriff auf die kapitalistische Weltordnung steht. Er stellt einen notwendigen Teilbereich dar und steht nicht im Widerspruch eines gesamtgesellschaftlichen Kampfes zueinander. Diese Reaktion geht sowohl von der radikalen Rechten, als auch von weiten Teilen der bürgerlichen Herrschaft aus und ist nur an wenigen stellen trennbar. Von diesem Standpunkt aus muss sich demnach eine antifaschistische Praxis sowohl gegen die Reaktion aus dem radikal Rechten, als auch gegen jene aus der bürgerlichen „Mitte“ richten, da sich beispielsweise Rassismus, Chauvinismus, antimuslimische Hetze oder Antisemitismus nicht grundsätzlich nur dem „rechten Rand“ zuordnen lässt. (Auf eine genauere Definition unseres Faschismus-Begriffes wollen wir an dieser Stelle verzichten, und auf unsere Einleitung verweisen). So sehen wir ein breites Feld an antifaschistischen Interventionsansätzen.
Es muss gelingen Neonazis effektiv ihrer gesellschaftlichen Einflussnahme zu berauben und eine Aufklärung in die Öffentlichkeit zu tragen, die sich neben der konkreten Informationspolitik über rechte Strukturen, auch um eine Gegenöffentlichkeit zu Geschichtsrevisionismus und Faschismus bemüht, um historische Kontinuitäten und Herrschaftsverhältnisse zu verdeutlichen. Parallel dürfen wir hier nicht den Blick für die gesamtgesellschaftlichen Realitäten verlieren. Vor allem dort müssen die vermehrten Angriffe der Eliten in Form von Rassismus, Nationalismus und Militarisierung offengelegt und die Verantwortlichen von Staat und Kapital benannt werden. Folgende Schwerpunkte werden dabei für uns in nächster Zeit besonders relevant sein:
1. Antimuslimische Hetze
2. Kriminalisierung antifaschistischer Politik, sowie Verharmlosung bzw. Leugnung rechter Gewalt
3. Ausbau repressiver Polizeigesetzgebung und Überwachung bzw. Beschneidung des Versammlungsrechts
4. Militarisierung nach Innen, Ausbau zivil-militärischer Zusammenarbeit und schleichende Normalisierung von militärischer Präsenz in der Öffentlichkeit
So versuchen wir diese Themenkomplexe lokal in unseren tagespolitischen Aktivitäten und Bündnissen zu bearbeiten, um konkrete Perspektiven für deren Überwindung zu erkämpfen. Doch leider können große Teile davon effektiv nur in einer überregionalen Zusammenarbeit mit anderen Organisationen angegriffen werden, weshalb wir in Zukunft weiter daran arbeiten müssen, die organisatorischen Schwächen der Linken in NRW zu überwinden und Möglichkeiten der stärkeren Vernetzung mit Linken/RevolutionärInnen/AntifaschistInnen voranzutreiben, welche sich unserer Einschätzung nach zur Zeit leider nur über begrenzte Aktionskonsen realisieren lässt. Dennoch halten wir dies für notwendig, um in realen gesellschaftlichen Auseinandersetzungen handlungsfähig zu werden.
Der Kampf um Befreiung bleibt international! - Neoliberale Kriegsallianzen und das deutsche „Comeback“ in der imperialen Konkurrenz
Mit der Implosion und dem Zerfall des „sozialistischen Blocks“ samt seiner Traditionen und Errungenschaften, änderte sich die globale Konstellation der imperialen Weltmächte radikal. Mit der endgültigen Einkehr der kapitalistischen Brutalität weltweit ist es jedoch, anders wie oftmals vorhergesagt, nicht zum Stillstand imperialistischer Kriegsführung und auch nicht zu einem allgemeinen Wohlstand gekommen. Im Gegenteil: Internationale Kriegsallianzen, wie beispielsweise die NATO existieren wie eh und je, ebenso wie der Sozialabbau. Kriegseinsätze rund um die Welt ermorden jedes Jahr abertausende von Menschen und sichern so Absatzmärkte, Ressourcen und Handelswege der kapitalistischen Machtzentren. Auch die Propaganda von gesamtgesellschaftlichem Reichtum hat sich nicht bewahrheitet. Mit dem Untergang des realsozialistischen Blocks erfand sich das Feindbild der postkolonialen und imperialen Weltordnung neu. Der Islam mit seinem Zentrum in der arabischen Welt löste das Feindbild des „Kommunismus“ ab und bietet nun eine Scheinlegitimation für militärische Aufrüstungen, Krieg und Folter. Der sogenannte Krieg gegen den Terror, eine US- Europäische Strategie zur Sicherungen geostrategischer und wirtschaftspolitischer Interessen des Westens, propagiert Fortschritt, Aufklärung und Freiheit, symbolisiert jedoch für einen Großteil dieser Welt Tod, Leid und Elend. Auch Deutschland ist nach dem Untergang der UdSSR wieder zu einem wichtigen Partner für imperiale Projekte geworden. Nach dem Angriffskrieg gegen Jugoslawien in den 90er Jahren, in dem deutsche Soldaten erstmalig nach 1945 an kriegerischen Auseinandersetzungen beteiligt waren, steht die Bundeswehr heute weltweit im Einsatz. Ihre zentrale Beteiligung an der Besetzung Afghanistans erfordert hierzulande offensive Kampagnen zur Legitimation der imperialistischen Großmachtansprüche. Rückbesinnung zur „nationalen Identität“ und die Inszenierung des antimuslimischen Feindbilds, gepaart mit aggressiver Bewerbung des Militärapparates, sollen eine Normalisierung „militärischem Engagement“ im Ausland und der Präsenz im Inneren bewirken. Letztere gewinnt europaweit zunehmend an Relevanz, in Zeiten des radikalen Sozialabbaus sowie der Angriffe und Kriminalisierung des sozialen Widerstands. Auch in Deutschland steht das Vorhaben, die Bundeswehr ebenfalls im Inneren einzusetzen seit langem auf der innenpolitischen Charta.
Dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten, ist eine zentrale Aufgabe. Mit der Aufklärung über die wirtschaftspolitischen Interessen der BRD und dem Entgegentreten von Propagandaveranstaltungen der Bundeswehr im öffentlichen Raum, müssen wir die zivil-militärische Zusammenarbeit unmöglich machen. Militärische Interventionen zugunsten des Profits stehen in Deutschland in einer ungebrochenen Kontinuität. Benennen wir die Profiteure der deutschen Militarisierung und stellen uns gegen jegliche kriegerische Aggressionen der BRD und ihrer NATO Partner!
Zusammen für Solidarität, die Revolution und den Kommunismus!
Zusammen Kämpfen Duisburg
Duisburg 2010







